HOTEL  

der Traum vom Paradies


bunker 23
Eröffnung 7. Juni 15:00 bunker23

Austellungsdauer vom 7. Juni - 25. Oktober 2026
jeden Sonntag/ogni domenica 13:00-18:00


Führung/guida im bunker23

jeden Sonntag/ogni domenica 16:00

für Gruppen nach Vereinbarung auch unter der Woche ( Betriebsausflüge sind möglich) per gruppi su prenotazione anche durante la

settimana

Parkmöglichkeit in Tartsch


 Info +393913390051


K.PLATTNERFORUM

Karl Plattner
Kurt Hofer 
Philip Silvestro Geier



Ansitz Lichtenegg Hauptplatz Mals 

vom 7. Juni - 25. Oktober 2026

jeden Freitag, Samstag, Sonntag 14:00-18:00

ogni Venerdì, Sabato, Domenica 14:00-18:00


Führung/guida auf Anfrage/
jeden Sonntag/ogni domenica 16:00
für Gruppen nach Vereinbarung auch unter der Woche ( Betriebsausflüge sind möglich) per gruppi su prenotazione anche durante la
settimana
Parkmöglichkeit in Tartsch

Info +393913390051

 

DAS HOTEL 
DER TRAUM VOM PARADIES

Die Kunst- und Designausstellung im Bunker 23, bei Tartsch im Vinschgau

entdeckt DAS HOTEL als DEN TRAUM VOM PARADIES, als Sehnsuchtsort und als Spiegel

unserer Gesellschaft. Zwischen dem legendären Grand Hotel Bristol in Meran, das vor

20 Jahren einem Kaufhaus und einer Parkgarage gewichen ist und der Ruine des visionären

Sporthotels Paradiso in Martell spannt die Ausstellung einen inspirativen Bogen, der Raum

für poetische, kritische und fantastische Werke schafft.

THE HOTEL - A DREAM OF PARADISE:

The art and design exhibition at Bunker 23, in Tartsch in the Vinschgau Valley,

explores THE HOTEL as A DREAM OF PARADISE, as a place of longing and as a mirror of our

society. Between the legendary Grand Hotel Bristol in Merano, which 20 years ago made

way for a department store and a car park, and the ruins of the visionary sport-hotel

Paradiso in Martell, the exhibition draws an inspirational arc that opens up space for poet-

ic, critical and fantastical works.

Künstler Bunker 23

Künstler/artists:

Leonhard Angerer (IT) - Juliane Abarth (IT) - Jeremy Benkemoun (Fr-JP) - Gerald Pirner (DE) - Max Brenner(IT) - Havelka-Plessl (AU) - Christian Chang (FR) - Juliette Chrétien (CH) - Dimitri Damiani (IT) - Korabi Film

(IT) - Jasmine Deporta (IT) - Bart Eysink Smeets (NL) - Jakob Faber (DE) - Mirjam Falkensteiner (IT) - Julia Frank (IT) - Martino Gamper (IT) - Christine Gallmetzer (IT) - Philip Silvestro Geier (IT) - Valerio Glisenti (CH)

- Käthe Hager von Strobele (IT) - Manuel Heyer (DE) - Willem van Hooff (NL) - Elisabeth Hölzl (IT) - Irma Hölzl (IT) - Ursula Huber (IT) - Karak (AU) - Mathilde Karrer (NL) - Kira Kessler (IT) - Giancarlo Lamonaca (IT) -

Nicolas Lemoine (FR) - Clara Mayr (IT) - Owantshoozi (FR) - Edith Plattner (IT) - Studio Paradiso (DE) - Morin Pichler (IT) - Gabriel Plangger (IT) - Andreas Rier (IT) - Hubert Scheibe (IT) - Nienke Sikkema & Bernard Heesen

(NL) - Skeno (DE) - Carmen Tartarotti (IT) - Elias Wallnöfer (IT) - Daniel Windisch (IT) - Sara Welponer (DE)

Das K.Plattnerforum

beinhaltet Kunst und Kultur, erzählt vom Vinschgau und seinen

angrenzenden Gebieten, von Tradition und Avantgarde, von Brücken zwischen Generationen.

Das K.Plattnerforum ist eine Initiative des bunkers23, der Ferienregion Reschensee, dem Amt für Kultur und der Gemeinde Mals.
Das Forum wird anlässlich des

40. Todestages von Karl Plattner in seinem Geburtsort Mals von Othmar Prenner und Daniel Costa gegründet.

In einem Zeitraum von zwei Jahren werden zwei ausgewählte Künstler/-innen gewürdigt und gleichzeitig an Karl Plattner erinnert.

Ein in seinen Anfängen befindlicher Künstler (Philip Silvestro Geier) und ein Künstler (Kurt Hofer) mit einem reifen Lebenswerk treffen im K. Plattnerforum aufeinander, spannen einen neu definierten Bogen zu Plattners Schaffen und dem Vinschgau.

Wir danken unseren Partnern für Ihre wertvolle Unterstützung:

Amt für Kultur & Autonome Provinz Bozen Südtirol,  
Ferienregion Reschensee,
Gemeinde Mals,

Robert Weirather, Heinrich Moriggl, 
BASIS Vinschgau Venosta,  Handformwerk, 
Durst Group, Finka Hostel, Hotel Chalavaina, 
Messner Mountain Museum,
Hotel Garberhof, das Gerstl Alpine Retreat, 
Hotel Greif, Parkhotel Laurin, 
Biohotel Panorama, Hotel Weisses Kreuz, 
Lebensraum, Karak, Kunstweberei Nagler, Scawo3D


Benny ist tot. 

Der dumpfe Schlag nimmt den Atem. Die Farbe weicht aus den Dingen. Stillstand. Erschöpfung. Leere. Benny war ein Träumer, in einer Gesellschaft, in der dies als Schimpfwort gilt: „Du Träumer! - Du träumst doch! - Träum weiter!“ In harter und ausdauernder Arbeit verwandelte er seinen Bunker, der einst zu Mussolinis kriegerischer „Linea non mi fido“ gehörte, in einen Ort der Gastfreundschaft, der Kreativität, des poetischen Spiels. Den betonblanken Schädel dieses vormals düsteren Zerrbilds militärischer Männer-Phantasien umfasste er mit einer hölzernen Zaun-Krone und verlieh ihm so tänzerische Leichtigkeit: Ihre Form folgt der Soundwave von John Lennons musikalischer Liebeserklärung an das Leben: „Give Peace a Chance“.

Überhaupt die Musik. Vielleicht war sie seine wirkliche Heimat. Ich besuchte Benny immer wieder gern mit meinen Matura-Klassen. Meine Schüler/innen sollten einen Eindruck davon gewinnen, welch unterschiedliche Lebensentwürfe es gibt, welche Freiheiten das Leben eröffnet, wenn man bereit ist, auch den Preis dafür zu bezahlen, den eigenen, vielleicht riskanteren Weg abseits ausgetretener Pfade gehen zu können. 
Benny war ein wunderbarer Gastgeber. Die Schüler/innen spürten seine Liebe für die Menschen und die reichte bis ins kleinste mit unerschöpflicher Gestaltungsfreude konzipierte Detail seines Bunkers Susa 23. 
Ein zufriedenes Lächeln blitzte in seinem Gesicht auf, wenn er, der DJ aus unseren Jugendjahren sah, wie die Schüler/innen es genossen, dass die wummernden Bässe den Bunker zu einer großen Sound-Machine machten. 
Bennys Bunker war eine Plattform für alles Denkbare, eine Startrampe für Außer-Ordentliches, seine schiere Existenz wirkte heilsam und bestärkend in einer Landschaft ringsum, der - Betonsäule nach Betonsäule - alle guten Geister ausgetrieben werden. 
Jetzt … lastet bleierne Traurigkeit auf dem verwaist zurückgelassenen Gemäuer. „Wer ein Leben rettet, rettet eine ganze Welt“, weiß ein jüdisches Sprichwort. Gleichwohl gilt, das müssen wir jetzt erneut erfahren: Geht ein Leben verloren, geht eine ganze Welt verloren. Klanglos verhallen unsere Fragen: Wie konnte das passieren? Warum ist es passiert? Was hätten wir tun können, um es zu verhindern?(…)
Was können wir jetzt tun, künftig tun, um „es“ zu verhindern?
Wir müssen wieder in Bewegung kommen. Einen Fuß vor den andern setzen. Schritt für Schritt, aufeinander zu. Wir müssen lernen, unverstellt miteinander zu reden. Wahrhaftig sein, versuchen, in jedem Augenblick ganz da zu sein. Uns in unserer Gesamtheit mitteilen. Uns ohne Furcht auch unseren Schmerz zeigen. Keine Angst haben, um Hilfe zu bitten, wenn wir Hilfe brauchen. Keine Scheu haben, Hilfe anzubieten. Uns aneinander wärmen. Weiter träumen. 
Träum weiter, Benny!


Thomas Strobl Vinschger Publiziert in 37 / 2019 - Erschienen am 29. Oktober 2019

GIVE PEACE A CHANCE

Tartsch, Obervinschgau, Südtirol – Der Bunker 23, Wahrzeichen des Friedens und Lebensprojekt von Benny von Spinn (1959-2019), ist in guten Händen. Der neue Besitzer ist dessen langjähriger Freund Othmar Prenner.

Eine neue Fahne flattert im Oberwind auf der Terrasse des Bunkers 23. Gehisst hat sie Othmar Prenner, seit kurzem Besitzer des Bunkers. Zusammengenäht ist sie aus Kleidungsstücken jener Menschen, die sich gemeinsam mit Othmar Prenner rund um den Erhalt des Bunkers als Ort der Freiheit und der Kunst eingesetzt haben. Sie ist ein deutliches Zeichen für das kreative Miteinander – und ein von weitem sichtbares Symbol des Friedens, in das sich der Betonbau verwandelt hat. „Frieden schaffen“, sagt Othmar Prenner, „beginnt hier, im Kleinen. Im täglichen Miteinander, in der Toleranz für die Mitmenschen. Akzeptanz für und Freundlichkeit mit anderen, auch eigene Haltung; es kommt auf uns an, wie wir mit unserem Gegenüber umgehen. Die aktuelle Lage zeigt uns, wie wichtig Frieden schaffen ist“.

Benny von Spinn war von den beiden Arbeiten von Othmar Prenner begeistert; „Give Peace a Chance“, welches die Tonfrequenz des gleichnamigen Liedes von John Lennon als Brüstung der Friedensplattform wiedergibt und von dem aus dem Beton herausragenden Campingswagen. Der Bunker 23 wurde unter Benny von Spinn vom Militärbau zum Friedensdenkmal – und zum Kultobjekt; die spektakuläre Aussicht aus dem Campingwagen, der Panoramablick über das Tal von der Friedensplattform mit sich drehenden Sesseln eines ehemaligen Skiliftes, die kleine Bibliothek und Ruhekammer, Kunst an den Innenwänden, Obstbäume, Kräuter, das Veredeln der Bunkerartischocken, eine kleine Rebanlage und die Bunkerkatzen Raffi und Zecco inklusive. Von der „Linea non mi fido“, wie der ehemalige Teil des Alpenwalls genannt wird, kommt es zur „Linea dell'Arte“. Diese Linie, die sich im Engadin bereits etabliert hat – von der Fundaziun Not Vital im Schloss Tarasp, der Fundaziun Nairs in Scoul, dem Muzeum Susch, dem Hotel Castell in Zuoz, bis hin zu den internationalen Galerien im Oberengadin – plant Othmar Prenner über die in Schlanders ansässige Basis Vinschgau, ein Social Activation Hub, bis hin zur Landeshauptstadt der Autonomen Provinz Südtirol auszudehnen.

Eine Kunstausstellung im Jahr schwebt Othmar Prenner vor. Ein experimenteller Garten in Form einer Permakultur soll entstehen, worin sich Kunst und Natur gleichermaßen begegnen werden.  „Die Möglichkeit, den Bunker für kreative Projekte zu verwenden, könnte Teil des neuen Bunkerlebens werden – der Bunker 23 wird weiterhin ein Ort für die Menschen im Tal bleiben. Benny von Spinn hat ein großes Projekt begonnen, das dem Frieden, der Freiheit und der Kreativität gewidmet ist. In diesem Sinne wird der Bunker weitergeführt werden. Ein Projekt, das zur Kulturregion Vinschgau bestens passt“. Der Künstler ist dem einzigartigen Ort seit etlichen Jahren verbunden: „Der herausragende Campingwagen und die Brüstung der Friedensplattform, beide gehören mit zu den schönsten Arbeiten, die ich im öffentlichen Raum gestaltet habe“.

Text: Katharina Hohenstein
Foto: Christoph Theurer

Sven,
Marion hat mich gestern angerufen und mich gebeten einige
Gedanken über dich und über uns zu schreiben, sie ist der
Ansicht, dass ein Freund dafür am besten geeignet ist. Ich
wurde mit dieser Bitte überrascht. Es fällt mir nicht
leicht. Ich habe nicht viel geschlafen die letzten Nächte.
Ich versuche es – viele Erinnerungen kommen hoch, viele
Bilder. Die Zeit, der Umgang mit der Zeit mit deiner Lebenszeit,
190 bis 270 Beats per Minute diesen Takt hast du dir
vorgegeben. 24 Stunden hat ein Tag, diese 24 Stunden können rasend
schnell vergehen, jedoch auch unendlich lang erscheinen,
wenn man 24 Stunden mit einer Kuh in seinem Zimmer
verbringt. Auf einem Kirchturm sitzt und jede Stunde die
Glocke schlägt. In einem selbst gezimmerten Boot, das die
Form eines Sarges hat, um einen Turm rudert. 24 Stunden
lang einen Butterkübel dreht. Einen ganzen Tag und eine
ganze Nacht lang ein Maschinengewehr mit einer Feile
bearbeitet, so dass nur noch Späne übrig bleiben.
Diese unendlich vielen Zeichnungen, die alle Gegebenheiten
des menschlichen Daseins beinhalten. Wie ein Emmentaler
Käse durchlöcherte Skianzüge welche letztendlich auch die
Höhen und Tiefen des Lebens beschreiben.
Im Jahr 1975 versuchte der 33-jährige Bas Jan Ader mit einem kleinen Segelboot eine performative Atlantiküberquerung mit dem Titel
„In search of the miraculous“.
10 Monate nach seiner Abreise wurde das leere Boot vor der
Küste Irlands angetrieben. Jan Bas Aders Körper wurde nie
gefunden.Gabber der Kunst, auch du hast den Atlantik überquert,
jedoch wir konnten dich finden. Möge deine Reise auf der
Suche nach den Wundern nie enden. Wir werden dich und dein
Werk für immer in unseren Herzen behalten.
Othmar Prenner

Das 2014 verwirklichte Projekt von Othmar Prenner trifft mitten ins Herz des Bunkers 23.
Ein Wohnwagen ragt aus dem inneren Bunkers und wagt somit, jede Menge Fragen aufzuwerfen. Für Prenner ist die Verbindung zum Thema Frieden offensichtlich; hier werden Vergangenheit nicht verneint, sondern ihr begegnet. Angstfrei und dies mit einer unübersehbaren Wucht. Das Bewegliche des Campingwages, Sinnbild für Freiheit, Neugierde und Austausch, so Prenner, kombiniere sich bestens mit dem feststehenden Bunker als materielles Erbe wie auch mit dem Sinnbild des Bunkers für eine belastete Vergangenheit. „Frieden braucht Freiheit und die Chance, frech sein zu dürfen. Frieden lebt auch von Toleranz“. Heiter aufgebrochen wird auch die Sichtweise auf das Relikt des italienischen Faschismus und feiert mit seinem unverkennbaren Prenner'schem Stil die Tatsache, dass diese Zeit so nicht mehr wiederkommen muss. Während der Campingwagen heiter wie die Ferienzeit ein schweres Thema der Vergangenheit neu belebt, kann diese so neu betrachtet werden. Denn der Frieden und die Kunst sollten allen zugänglich sein. Der architektonische Aufbau des 360 Quadratmeter großen Plateaus auf dem Bunker 23 sollte ein Treffpunkt für kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Diskussionen dienen.
Denn 75 Jahre, nachdem dieser Bunker als Teil des Alpenwalls konzipiert und gebaut wurde und knappe 50 Jahre nach dem Komponieren eines Liedes, das als Botschaft für den Frieden um die Welt gehen sollte, ist die sichtbar gemachte Tonfolge von John Lennons‘ „Give Peace a Chance“ heute als Komposition in Föhrenholz schon von weitem als Brüstung der Plattform sichtbar. 
Katharina Hohenstein